Auch in Japan bestehen verschiedene Verpflichtungen bzw. Ansprüche im Rahmen eines Arbeitsvertrags
und hinsichtlich der Zahlung von Steuern und Versicherungsbeiträgen. Verpflichtungen und Ansprüche
existieren sowohl auf Seiten des Arbeitnehmers als auch auf Seiten des Arbeitgebers. Da an dieser Stelle
Informationen von offizieller Seite sicherlich am vertrauenswürdigsten sind, weisen wir Sie auf die
Website des japanischen Arbeitsamts hin, an das Sie sich natürlich auch immer direkt wenden können,
vor allem wenn Sie Fragen zu rechtlichen Rahmenbedingungen haben.

Rechtliches, Versicherung und Co.

Hier finden Sie
beispielsweise eine kurze Zusammenstellung von wichtigen arbeitsrechtlichen Pfeilern, von denen auch
viele in Arbeitsverträgen verankert sind bzw. verankert sein müssen. Prüfen Sie die vorliegenden
Arbeitsverträge bitte unbedingt auf Vereinbarkeit mit den gesetzlichen Bestimmungen. Es gibt wie auch
in Deutschland hin und wieder Versuche, bestimmte Regelungen zu umgehen oder auch auszusetzen. Im
Fall von Schaden, beispielsweise rechtswidrigen Lohnminderungen, ist es zwar möglich, im Nachhinein
in irgendeiner Weise einen Ausgleich einzufordern, solche Verfahren können aber langwierig sein und
führen nicht immer zu Erfolg. Schonen Sie deshalb Ihre Nerven und prüfen Sie die Verträge und
Arbeitsbedingungen genau, bevor Sie die Stelle antreten. Bitten Sie vor allem darum, die Verträge vor
dem Unterschreiben einmal mit nach Hause zu nehmen. Falls Ihnen etwas merkwürdig vorkommt, ist es
ratsam, sich etwas genauer zu erkundigen. Im Fall von Problemen mit Unternehmen, die im
Sprachlehrbetrieb einzuordnen sind, empfehlen wir, dass Sie sich an die General Union, eine auf den Bereich des Sprachlehrbetriebs ausgerichtete Gewerkschaft
mit langjähriger Erfahrung, wenden. Sie müssen nicht unbedingt Mitglied der Gewerkschaft sein, die
General Union wird Ihnen auch so gern Fragen beantworten. Auf der Homepage sind weiterhin viele
nützliche Informationen enthalten.

Hier wird weiterhin das
grundlegende System von Krankenversicherung, Rentenversicherung und
Arbeitslosenversicherung/Unfallversicherung umrissen. In Japan existieren dahingehend zwei Säulen: die
der betrieblichen Absicherung und die der nicht-betrieblichen Absicherung (beispielsweise für
Selbstständige oder nicht Werktätige). Die betriebliche Absicherung umfasst die Employees’ Health
Insurance
(健康保険 kenkô hoken) und die Employees’ Pension Insurance (厚生年金保険 kôsei
nenkin hoken
), die nicht betriebliche Absicherung die National Health Insurance ( 国 民 健 康 保 険
kokumin kenkô hoken ) und die National Pension (国民年金 kokumin nenkin ). In Japan Ansässige
müssen normalerweise Teil von einem der beiden Systeme werden. Falls der Arbeitnehmer ins Schema
der betrieblichen Absicherung fällt, werden die Beiträge dann unter dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer
aufgeteilt und entsprechend automatisch vom Gehalt des Arbeitnehmers abgezogen, genauso wie anfallende Steuern. Hier finden sie Näheres dazu. Wenn Sie diese Möglichkeit nicht haben sollten, können Sie die jeweiligen Beiträge
innerhalb des Schemas der nicht-betrieblichen Absicherung privat begleichen. Bei
Zahlungsschwierigkeiten können Sie sich an die für Ihren Wohnort zuständige Behörde (meist City
Office oder Ward Office) wenden, wo dann eine Prüfung stattfinden kann und die Beiträge entsprechend
gekürzt oder ausgesetzt werden können. Beachten Sie weiterhin, dass Deutschland und Japan (genauso
wie die Schweiz und Japan) ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen haben. Arbeits- bzw.
Einzahlungszeiträume, die Sie also in Japan angesammelt haben, würden demnach auf den
Rentenanspruch in Deutschland angerechnet werden. Zwischen Österreich und Japan besteht solch ein
Abkommen nicht.

Auch im Falle einer Kündigung sollen Sie auf der sicheren Seite sein. Hier finden Sie einige Informationen, die
Ihnen dahingehend weiterhelfen sollen. Es sind sowohl die Unterschiede zwischen einer Kündigung
durch den Arbeitgeber und einer Kündigung durch den Arbeitnehmer als auch die Folgen im Bereich von
Versicherungen, insbesondere der Unemployment Insurance (雇用保険 koyô hoken), enthalten. Wenn
pro Woche mehr als 20 Stunden in einem Unternehmen gearbeitet wird und die Anstellungsdauer 31 Tage
übersteigt, ist der Arbeitnehmer für eine Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung berechtigt. Teil des
Systems ist außerdem die Workers’ Accident Compensation Insurance (労働者災害補償保険 rôdôsha
saigai hoshô hoken
), die eine Absicherung im Fall von Arbeitsunfällen bereitstellen soll.

Nun dürfte Ihrem (Arbeits-)glück in Japan also nichts mehr im Weg stehen. DZGO wünscht Ihnen viel
Erfolg für Ihr Arbeitsleben!

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